Umzug mit Haustieren

Geschätzte Lesezeit: 3 min

Ein Umzug ist für uns Menschen aufregend und gleichzeitig stressig. Für Tiere ist der Ortswechsel oft noch herausfordernder. Neue Gerüche, fremde Umgebung und das Chaos rund um Kartons, Möbel und fremde Personen können Angst und Stress bei deinem Haustier auslösen. Mit ein paar einfachen Vorbereitungen und Tipps kannst du den Übergang für deine Fellnase leichter machen.

Vor dem Umzug

Ein Umzug beginnt nicht erst am Umzugstag. Schon einige Wochen vorher sollten Vorbereitungen getroffen werden.

Überprüfe, ob Haustiere in deinem neuen Wohnort erlaubt sind. Dies betrifft nicht nur Mietvertrag und Hausordnung, sondern auch, ob dein Tier genug Platz zum Spielen und Ausruhen hat. Prüfe zusätzlich, ob sich eine Tierärztin bzw. ein Tierarzt in der Nähe befindet.

Wenn dein Hund bereits bei den ersten Vorbereitungen nervös reagiert, kann eine Besichtigung des neuen Zuhauses helfen. Dadurch kann er die neuen Gerüche kennenlernen und sich mit der Umgebung vertraut machen. Achte dabei darauf, dass er positive Erfahrungen macht: Gib ihm viel Aufmerksamkeit, verteile Leckerlis oder Spiele mit ihm.

Ein weiterer Tipp ist, einen Raum in den derzeitigen Wohnräumen so lange wie möglich unverändert zu lassen, sodass dein Tier noch einen Rückzugsort hat. Auch Spielzeug und Decken sollten spät weggeräumt werden, damit bis zum Schluss ein sicherer Rückzugsort bleibt. Zusätzlich ist es ratsam, dass sich dein Tier schon vor dem Umzug an den Transportbehälter gewöhnt.

Die Anreise

Der Umzugstag ist für viele Tiere der intensivste Stressmoment. Die Anreise, neue Gerüche, Möbel, ungewohnte Geräusche und die allgemeine Unruhe wirken schnell überfordernd.

Am Umzugstag ist es wichtig, unabhängig davon, welches Haustier du hast, Pausen einzuplanen. Dadurch kann sich dein Tier kurz erleichtern und etwas trinken.

Achte im Auto auf:

  • passende Transportoption und sichere Befestigung
  • keine direkte Sonneneinstrahlung und Auto gut gelüftet
  • Für lange Fahrten solltest du genug Wasser, Futter und Leckerlis einpacken
  • Gehe mit deinem Hund vor der Abfahrt eine Runde spazieren, sodass er sich erleichtern kann und müde wird.
  • Bei Katzen und Kleintieren ist es häufig besser, sie vor der Fahrt nicht direkt zu füttern, damit Übelkeit vermieden wird.
  • Kleintiere sollten in der Transportbox frisches Heu vorfinden und ausreichend Wasser haben.
  • Eine vertraute Schlafdecke kann zusätzlich helfen

Wenn du die Möglichkeit hast, deinen Hund, deine Katze oder dein Kleintier am Umzugstag bei Familie oder Freunden unterzubringen, kann das eine große Entlastung sein. So muss es das Trubel-Chaos nicht voll miterleben und du kannst es später in einer ruhigeren Phase abholen.

Im neuen Zuhause

Auch im neuen Zuhause zählt zuerst einmal Ruhe. Richte deinem Tier direkt einen Rückzugsort ein, idealerweise in einem Zimmer, in dem wenige Kartons stehen und wenig Bewegung ist – zum Beispiel im Badezimmer oder einem Gästezimmer. Dort kann es ankommen, ohne sofort mittendrin zu sein. Am besten bleibt dein Tier zunächst in diesem Raum, bis der Transporter entladen ist und die größte Unruhe vorbei ist. Lass deinem Tier Zeit, sich aus der Transportbox zu trauen und wenn möglich, kannst du auch Raum für Raum öffnen, nachdem die Erkundungstour gestartet hat. Gib deinem Tier die Möglichkeit, das neue Revier Schritt für Schritt zu entdecken. Vertraute Gegenstände erleichtern das Ankommen. Kratzbaum, Näpfe, Spielzeug, Körbchen oder Decken geben Sicherheit in der neuen Umgebung.

Bei Freigängerkatzen ist es wichtig, dass sie die ersten 2-4 Wochen in der neuen Wohnung oder im Haus sind, um sich daran zu gewöhnen. Sonst besteht das Risiko, dass sie ihr altes Revier suchen und zurückkehren möchten.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, Routinen beizubehalten, damit sich dein Tier nicht zusätzlich gestresst fühlt. Führe Abläufe wie Fütterungszeiten, Gassirunden oder Spielzeiten zu den vertrauten Zeiten durch. Tiere benötigen Normalität während der ganzen Veränderungen.

Patrick Tiefenbach

Expertentipp:

Jedes Tier reagiert anders auf Veränderungen und benötigt mehr oder weniger Zeit, sich anzupassen und wohlzufühlen. Bleib geduldig, gib deinem Tier Ruhe und Raum und erwarte nicht, dass es „sofort funktioniert“. Je entspannter du bleibst, desto leichter fällt es auch deinem Haustier, anzukommen.