Freigängerkatze – Vorteile, Risiken und Tipps für den ersten Freigang

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Freigang bedeutet für viele Katzen vor allem Freiheit und ein abwechslungsreiches Leben. Sie können sich frei bewegen, ihren Jagdtrieb ausleben und ständig neue Eindrücke sammeln. Ob auf Bäume klettern, gemütlich in der Sonne liegen oder den einen oder anderen Streit mit der Nachbarskatze austragen. Für viele wirkt das wie das perfekte Katzenleben. Dennoch lauern draußen auch zahlreiche Gefahren.

Vorteile von Freigang für Katzen

  • Freigänger bewegen sich viel an der frischen Luft. Dadurch wird die Gesundheit gefördert und Übergewicht mit seinen möglichen Folgen eher verhindert.
  • Durch die vielen Außenreize, Gerüche und Erlebnisse sind Freigängerkatzen meist besser ausgelastet und mental gefordert.
  • Deiner Katze wird kaum langweilig, da es draußen ständig etwas Neues zu entdecken gibt.
  • Aktivitäten wie Jagen, Anschleichen oder Beobachten fördern die natürlichen Instinkte und schärfen die Sinne.
  • Viele Freigänger sind zuhause ausgeglichener und kommen hauptsächlich zum Schlafen und Kuscheln nach Hause.

Nachteile und Gefahren für Freigängerkatzen

  • Verletzungen oder Krankheiten durch Auseinandersetzungen mit anderen Katzen oder Tieren wie Mardern.
  • Befinden sich stark befahrene Straßen in der Nähe, können diese deinem Tier zum Verhängnis werden.
  • Zudem sind sie häufiger von Parasiten wie Zecken oder Würmern betroffen als Wohnungskatzen.
  • Nicht alle Menschen stehen fremden Katzen freundlich gegenüber und vertreiben sie von ihren Grundstücken oder setzen sogar Giftköder aus.
  • Die Katze kann sich verlaufen oder von anderen aufgenommen werden.

Ab wann dürfen Katzen Freigang haben?

Der erste Freigang ist ein großer Schritt und sollte gut vorbereitet werden.

  • Impfungen
    Freigänger haben häufiger Kontakt zu anderen Tieren und benötigen daher einen passenden Impfschutz. Am besten lässt du dich dazu von deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin beraten.
  • Parasitenschutz
    Regelmäßige Wurmkuren sowie Schutz gegen Zecken und Flöhe sind besonders wichtig. Dafür eignen sich beispielsweise Spot-on-Präparate oder spezielle Halsbänder.
  • Fellpflege
    Vor allem Katzen mit längerem Fell benötigen regelmäßige Fellpflege, damit Schmutz und Fremdkörper entfernt werden können.
  • Kastration
    In Österreich müssen Katzen mit regelmäßigem Freigang kastriert sein, um unerwünschten Nachwuchs zu verhindern.
  • Kennzeichnung und Registrierung
    Ein Mikrochip, ein Halsband oder eine Registrierung können helfen, entlaufene Katzen schneller wiederzufinden und ihrem Besitzer bzw. ihrer Besitzerin zuzuordnen.
  • Das richtige Alter und genügend Eingewöhnungszeit
    Katzen sollten erst nach mindestens einem Monat im neuen Zuhause Freigang bekommen, egal ob nach einer Adoption oder nach einem Umzug. In dieser Zeit lernen sie am besten ihre neue Umgebung, die Gerüche und ihr Revier kennen. Wenn sie zu früh nach draußen kommen, kann es sein, dass sie sich verirren oder den Weg nach Hause noch nicht finden. Bei Kitten wird empfohlen, mit dem Freigang bis zu einem Alter von etwa vier Monaten zu warten.

So gewöhnst du deine Katze an den Freigang

Begleite deine Katze bei den ersten Ausflügen nach draußen, damit sie sich sicher fühlt. Gehe gemeinsam ein paar Schritte rund um das Haus oder in den Garten. Wahrscheinlich wird sie dir neugierig folgen. Wichtig ist, deiner Katze genügend Freiraum zu lassen und sie nicht ständig zu rufen. Neue Eindrücke machen Katzen oft nervös und sie sind etwas abgelenkt. Lass bei der ersten Erkundungstour die Haustüre offen, damit deine Katze jederzeit wieder zurückkommen kann, wenn es ihr zu unheimlich wird. Wiederhole diese gemeinsamen Ausflüge regelmäßig und ziehe dich dabei Schritt für Schritt zurück. So gewöhnt sich deine Katze langsam daran, alleine draußen unterwegs zu sein.

Sobald sich deine Katze sicher genug fühlt, wird sie alleine auf Entdeckungstour gehen und ihr Revier selbstständig erkunden. Du kannst deine Katze belohnen, wenn sie von selbst wieder zurückkommt.

So gewöhnst du deine Katze an die Katzenklappe

Durch den Freigang kann sich ein organisatorisches Problem entwickeln, da die Katze regelmäßig vor der Tür sitzen wird und heraus- oder hineingelassen werden möchte. Eine praktische Lösung ist die Katzenklappe, durch die die Katze kommen und gehen kann, wann sie möchte. Der Umgang mit der Klappe muss allerdings trainiert werden.

Am Anfang kannst du die Klappe fixieren, sodass sie offen steht und die Katze dann durch die Öffnung gelockt wird. Ein Spielzeug oder ein Leckerli kann der Katze einen Anreiz bieten, um das Türchen auszuprobieren. Da Katzen gegenüber Neuerungen oft misstrauisch sind, brauchst du etwas Geduld. Nach und nach kannst du die Klappe weiter schließen und jeden Erfolg mit Lob oder Leckerlis belohnen. Bald wird deine Fellnase verstehen, wie die Klappe funktioniert.

Patrick Tiefenbach

Expertentipp:

Eine eindeutige „richtige“ Antwort auf die Frage, ob Katzen Freigang haben sollen oder nicht, gibt es nicht. Die jeweiligen Vor- und Nachteile, die Wohnsituation und die Umgebung müssen abgewogen und eine Entscheidung getroffen werden. Sprich am besten auch mit deinen Nachbarinnen und Nachbarn, um mögliche Risiken besser einschätzen zu können.