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Hohe Temperaturen können für Kaninchen schnell zur Belastung werden. Von Natur aus halten sich die Tiere bevorzugt an geschützten und kühlen Orten auf. Anders als Menschen können sie ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen regulieren. Eine wichtige Rolle bei der Wärmeabgabe spielen daher ihre Ohren. An heißen Tagen kann es deshalb vorkommen, dass sich diese deutlich wärmer anfühlen als der restliche Körper.
Um sich Abkühlung zu verschaffen, suchen Kaninchen bei hohen Temperaturen gerne kühle Plätze auf und legen sich flach und lang ausgestreckt auf den Boden.
Temperaturen ab etwa 25 Grad Celsius können für die Tiere bereits belastend sein. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig für Abkühlung zu sorgen und den Lebensbereich der Tiere an die sommerlichen Temperaturen anzupassen. Das gilt für die Haltung im Außengehege ebenso wie für Kaninchen, die in der Wohnung oder auf dem Balkon leben.
Anzeichen für zu viel Hitze
Bei hohen Temperaturen solltest du das Verhalten deiner Kaninchen besonders aufmerksam beobachten. Verschiedene Veränderungen können darauf hindeuten, dass die Hitze für dein Tier zur Belastung wird:
- Die Atmung wirkt schneller oder angestrengter.
- Dein Kaninchen hat weniger Appetit oder verweigert sein Futter.
- Es bewegt sich weniger als gewöhnlich.
- Kühle und schattige Bereiche werden verstärkt aufgesucht.
- Das Tier liegt sehr flach oder ungewöhnlich lang ausgestreckt.
- Die Ohren sind sehr warm und stark durchblutet.
So kannst du deine Kaninchen bei Hitze unterstützen
- Umgebung anpassen
Die richtige Umgebung spielt bei hohen Temperaturen eine zentrale Rolle. Das gilt sowohl für die Wohnungs- als auch für die Außenhaltung.
Räume mit direkter Sonneneinstrahlung sollten tagsüber möglichst abgedunkelt werden. Zum Lüften eignen sich vor allem die kühleren Morgen- und Abendstunden. Achte darauf, dass deine Kaninchen keiner direkten Zugluft ausgesetzt sind. Auch Ventilatoren sollten niemals unmittelbar auf die Tiere gerichtet werden, da sie sich sonst verkühlen können.
Bei der Außenhaltung sind ausreichend schattige Bereiche unverzichtbar. Beachte dabei, dass sich der Sonnenstand im Laufe des Tages verändert. Ein Platz, der am Morgen noch im Schatten liegt, kann wenige Stunden später bereits der direkten Sonne ausgesetzt sein. Natürliche Beschattung durch Bäume, Sträucher oder Gebäude ist besonders gut geeignet. Sonnenschirme können ebenfalls hilfreich sein, sofern sich die Hitze darunter nicht staut.

- Kühlungsmöglichkeiten schaffen
Mit einfachen Maßnahmen kannst du deinen Kaninchen zusätzliche Möglichkeiten zur Abkühlung anbieten.
Kühle Matten oder Fliesen bieten angenehme Liegeflächen. Fliesen können beispielsweise vor der Verwendung im Kühlschrank gekühlt und anschließend an einem schattigen Platz im Gehege ausgelegt werden.
Eine weitere Möglichkeit sind gefrorene Wasserflaschen oder Kühlpads. Diese sollten immer mit einem Tuch umwickelt werden, damit die Tiere nicht direkt mit der sehr kalten Oberfläche in Berührung kommen. Sie geben langsam Kälte an die Umgebung ab und können für zusätzliche Abkühlung sorgen.
Auch eine Buddelkiste mit leicht angefeuchtetem Sand kann an warmen Tagen für Abkühlung sorgen. Zusätzlich sollten Tunnel, Häuschen und andere Rückzugsmöglichkeiten an möglichst kühlen und schattigen Stellen zur Verfügung stehen.
- Ernährung und Wasserzufuhr
An heißen Tagen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr besonders wichtig. Stelle deinen Kaninchen jederzeit frisches Wasser zur Verfügung und erneuere es bei hohen Temperaturen mehrmals täglich.
Die richtige Ernährung und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind an heißen Tagen besonders wichtig, um einer Dehydrierung vorzubeugen. Zusätzlich kann wasserreiches Frischfutter die Flüssigkeitsaufnahme unterstützen. Dazu gehören beispielsweise Gurken, Zucchini, Salate oder Paprika. Bei hohen Temperaturen solltest du Frischfutter lieber in kleineren Portionen anbieten und Futterreste regelmäßig entfernen. Dadurch verhinderst du, dass das Futter in der Wärme schnell verdirbt oder Fliegen anzieht.
- Hitzeschlag bei Kaninchen
Ein Hitzeschlag ist ein medizinischer Notfall und kann für Kaninchen innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Deshalb ist es besonders wichtig, mögliche Warnsignale frühzeitig zu erkennen:
- Flache oder schnelle Atmung
- Futterverweigerung
- Gleichgewichtsstörungen
- Krämpfe
- Fehlende Reaktion auf die Umgebung
- Bewusstlosigkeit
Bemerkst du eines oder mehrere dieser Symptome, bringe dein Tier umgehend an einen kühleren und ruhigen Ort und kontaktiere sofort eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Eine Abkühlung sollte vorsichtig und nicht schockartig erfolgen.
Was du bei Hitze vermeiden sollst
Einige gut gemeinte Maßnahmen können für Kaninchen zusätzliche Risiken mit sich bringen. Folgende Dinge solltest du deshalb vermeiden:
- Kaninchen mit kaltem Wasser übergießen
- Kühlakkus offen und ungeschützt ins Gehege legen
- Ventilatoren auf die Tiere richten
- Häuschen in der Sonne als einzigen Rückzugsort anbieten
- Kaninchen bei Hitze unnötig transportieren
- Wasser oder Frischfutter in der Sonne stehen lassen

Expertentipp:
Entscheidend ist nicht nur, wie warm es draußen oder in der Wohnung ist, sondern vor allem, welche Temperaturen direkt im Lebensbereich deiner Kaninchen herrschen.
Die Fellnasen benötigen an heißen Tagen eine gut vorbereitete Umgebung und aufmerksame Halterinnen und Halter. Mit ausreichend Schatten, frischem Wasser, kühlen Liegeflächen und einer guten Belüftung kannst du deine Fellnasen dabei unterstützen, auch heiße Sommertage gut zu überstehen.
