Fellpflege bei Katzen

Katzen sind für ihre ausgeprägte Reinlichkeit bekannt. Bis zu 50 Prozent ihrer wachen Zeit verbringen die Stubentiger mit der eigenen Körperpflege. Die raue Katzenzunge funktioniert dabei wie ein effizienter, natürlicher Kamm. Doch obwohl Katzen echte Profis in Sachen Hygiene sind, brauchen sie manchmal unsere Unterstützung, besonders im Fellwechsel, im Alter oder bei langhaarigen Rassen.

Kurzhaar vs. Langhaar: Unterschiedliche Bedürfnisse
Kurzhaarkatzen (wie die Europäisch Kurzhaar) kommen mit der Fellpflege oft sehr gut alleine zurecht. Dennoch genießen viele von ihnen eine wöchentliche Bürst-Einheit. Es entfernt lose Haare, fördert die Durchblutung der Haut und stärkt die Bindung zwischen dir und deiner Katze.

Langhaarkatzen (wie Perser, Maine Coon oder Norwegische Waldkatzen) sind hingegen zwingend auf deine Hilfe angewiesen. Ihr feines Unterhaar neigt schnell zu Verfilzungen. Wenn diese nicht regelmäßig (am besten täglich) sanft herausgekämmt werden, können schmerzhafte Knoten entstehen, die an der Haut ziehen und im schlimmsten Fall unter Narkose vom Tierarzt herausgeschoren werden müssen.

So wird das Bürsten zum Wohlfühl-Ritual

  1. Die richtige Ausrüstung wählen: Nicht jede Bürste eignet sich für jedes Fell.
    – Für Kurzhaarkatzen reicht oft ein weicher Pflegehandschuh oder eine Naturborstenbürste.
    – Bei langem Fell brauchst du spezielles Werkzeug: Ein grobzinkiger Metallkamm hilft gegen erste Knötchen, während eine Zupfbürste (Slicker Brush) lose Unterwolle entfernt. Achte unbedingt darauf, dass die Zinken nicht zu spitz sind, um die sensible Katzenhaut nicht zu verletzen.
    – Schmusekatzen bevorzugen den Fellpflegehandschuh.
  2. Kleinschrittige Gewöhnung: Wenn deine Katze das Bürsten noch nicht kennt oder als unangenehm empfindet, fange behutsam an. Lass sie die Bürste zunächst nur beschnuppern oder lassen sie sie ein paar Tage offen herumliegen. Streichle deine Samtpfote dann zuerst mit der Hand und dann sanft mit der Bürste. Zusätzlich kannst du über unempfindliche Stellen wie den Kopf oder die Wangen und zwar nur für wenige Sekunden bürsten. Belohne sie sofort mit ihrem Lieblingsleckerli oder Lob. Steigere die Dauer langsam, bis sie die Pflege als Streicheleinheit akzeptiert.
  3. Nicht gegen den Strich bürsten: Katzen können es nicht leiden, wenn ihr Haar gegen den Strich gestreichelt oder gebürstet wird. Beginne mit dem Bürsten an den Lieblingsstellen deiner Katze und erweitere anschließend mehr und mehr den Radius.
  4. Den richtigen Moment abpassen: Zwinge deine Katze niemals zur Fellpflege. Wenn sie gerade in wilder Spiellaune ist oder sich zurückziehen möchte, ist der falsche Zeitpunkt. Nutze Momente, in denen sie ohnehin entspannt neben dir liegt, schnurrt und kuscheln möchte.

Unterstützung im Fellwechsel und Alter:

Zweimal im Jahr (im Frühling und Herbst) wechseln Katzen ihr Haarkleid. In dieser Zeit schlucken sie beim Putzen besonders viele Haare, was schnell zu unangenehmen Haarballen im Magen führen kann. Tägliches Bürsten entlastet hier den Magen-Darm-Trakt enorm. Auch ältere oder kranke Katzen (z.B. mit Arthrose oder Übergewicht) erreichen bei der eigenen Pflege oft nicht mehr alle Körperstellen, besonders am unteren Rücken oder Bauch. Hier bist du als Tierhalterin oder Tierhalter besonders gefragt, um diese wichtige Routine zu übernehmen.

Patrick Tiefenbach

Expertentipp:

Die Fellpflege ist weit mehr als nur ein optisches Thema. Sie beugt schmerzhaften Verfilzungen vor, reduziert das Hochwürgen von Haarballen und ist ein wunderbarer Weg, um die Beziehung zu deiner Katze zu vertiefen.