Wohnungskatzen beschäftigen

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Katzen lieben es, ihre Umgebung zu erkunden, neue Gerüche wahrzunehmen, zu klettern und ihrem natürlichen Jagdinstinkt nachzugehen. Freigängerkatzen finden draußen meist ausreichend Beschäftigung und Abwechslung. Wohnungskatzen haben dagegen deutlich weniger Möglichkeiten, ihren natürlichen Bedürfnissen nachzukommen. Deshalb sind sie häufig auf ihre Menschen angewiesen, wenn es um Bewegung, Spiel und geistige Auslastung geht.

Warum ist Beschäftigung für Katzen wichtig?

Erwachsene Katzen schlafen durchschnittlich zwischen 12 und 16 Stunden täglich. Während ihrer Wachphasen möchten sie jedoch aktiv sein und ihre Umwelt erkunden. Eine abwechslungsreiche Beschäftigung trägt wesentlich zur körperlichen und psychischen Gesundheit bei.

Fehlt diese Auslastung, können verschiedene Probleme entstehen. Manche Katzen werden träge und nehmen an Gewicht zu, da sie aus Langeweile essen. Andere reagieren gereizt oder zeigen aggressives Verhalten. In einigen Fällen äußert sich Frust sogar durch Unsauberkeit oder übermäßiges Miauen. Regelmäßige Beschäftigung hilft dabei, Langeweile zu vermeiden und das Wohlbefinden deines Stubentigers zu fördern.

Wie kann ich meine Katze beschäftigen?

  • Veränderungen und kleine Überraschungen

Verstecke beispielsweise einige Leckerchen an unterschiedlichen Orten in der Wohnung. Während ihrer Erkundungstour entdeckt deine Fellnase immer wieder kleine Überraschungen. Auch ein umgestellter Stuhl, über den eine Decke geworfen wurde, kann schnell für spannende Abwechslung sorgen.

  • DIY-Spielzeug

Selbstgemachtes Spielzeug ist oft genauso beliebt wie gekauftes. Eine Papierkugel, ein Korken oder ein Haargummi können für viele Katzen bereits interessant sein.

Mit wenig Aufwand lassen sich auch kreative Beschäftigungsmöglichkeiten basteln. Fülle beispielsweise einen Karton mit zerknüllten Papierkugeln und verstecke darin sowie zwischen den Papierkugeln einige Leckerchen. So wird der Karton schnell zu einem spannenden Suchspiel. Alternativ kannst du eine leere Überraschungsei-Kapsel mit etwas Reis in eine kleine Rassel verwandeln. Achte dabei immer darauf, nur sichere Materialien zu verwenden, an denen sich deine Katze nicht verletzen kann.

  • Kletter- und Aussichtsmöglichkeiten

Katzen beobachten ihre Umgebung gerne von erhöhten Plätzen aus. Kratzbäume, Wandliegen, Höhlen oder Hängematten schaffen spannende Rückzugsorte und zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten.

Besonders beliebt sind gemütliche Fensterplätze. Dort kann dein Stubentiger Vögel beobachten, Geräusche wahrnehmen und das Geschehen draußen verfolgen. Die abwechslungsreichen Eindrücke können sie oft über mehrere Stunden beschäftigen.

  • Intelligenzspiele

Fummelbretter, Futterlabyrinthe oder Futtertürme fördern die geistige Auslastung deiner Katze. Dabei muss sie sich ihr Futter oder ihre Leckerchen selbst erarbeiten.

Viele dieser Beschäftigungsmöglichkeiten lassen sich einfach selbst herstellen. Verstecke Leckerchen zwischen zerknülltem Papier in einem Karton oder lege sie in einen Eierkarton. Auch leere Toilettenpapierrollen eignen sich hervorragend für kleine Suchspiele.

 

 

  • Angelspiele

Spielangeln gehören zu den beliebtesten Katzenspielen. Mit einem Stab, einer Schnur und einem bunten Anhänger lässt sich das Verhalten einer flüchtenden Beute hervorragend nachahmen.

Lass deine Katze die „Beute“ am Ende des Spiels auch erfolgreich fangen. Dadurch bleibt die Motivation erhalten und der Jagdinstinkt wird auf natürliche Weise befriedigt.

  • Laser- und Wasserspiele

Mit einem Laserpointer oder einer Taschenlampe kannst du schnell ein Jagdspiel gestalten. Manche Fellnasen spielen außerdem gerne mit Wasser. Stelle eine flache Schüssel auf und gib kleine schwimmende Gegenstände wie Tennisbälle oder Leckerchen hinein. Viele Katzen versuchen neugierig, diese mit den Pfoten herauszufischen.

  • Natur in der Wohnung

Katzen lieben Natur und neue Gerüche. Katzengras ist eine sinnvolle Ergänzung für die Wohnung und kann die Verdauung unterstützen. Auch Katzenminze und Baldrian sind bei vielen Katzen äußerst beliebt. Sie können als getrocknete Kräuter, in Spielzeugen oder auf Kratzmöbeln verwendet werden und sorgen oft für zusätzliche Beschäftigung.

  • Artgenossen als Spielpartner

Wenn es die Wohnsituation zulässt, kann eine zweite Katze eine große Bereicherung sein. Katzen können miteinander spielen, raufen, kommunizieren und sich gegenseitig beschäftigen.

Wichtig ist jedoch, dass die Tiere charakterlich zueinander passen. Ein geeigneter Spielpartner kann die Lebensqualität einer Wohnungskatze deutlich verbessern.

Patrick Tiefenbach

Expertentipp:

Nimm dir jeden Tag bewusst Zeit für deine Schmusekatze. Gemeinsame Spiel- und Kuscheleinheiten fördern nicht nur die Beschäftigung, sondern stärken auch eure Bindung. Oft sind es gerade diese gemeinsamen Momente, die für Katzen besonders wertvoll sind.