Haustiere alleine lassen – so klappt es stressfrei für alle tierischen Mitbewohner

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Der treue Blick an der Haustür, das leise Miauen, aber auch das Rascheln im Gehege, seine Haustiere alleine zu lassen, fällt vielen Tierhalterinnen und Tierhaltern schwer. Egal ob für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen oder für einen Arzttermin: Im Alltag lässt es sich einfach nicht vermeiden. Damit die Zeit ohne dich für Hund, Katze oder Nager nicht zur Stressfalle wird, gibt es für jede Tierart spezifische Dinge, die du beachten kannst.

Unterschiedliche Tierarten, unterschiedliche Bedürfnisse
Hunde sind von Natur aus absolute Rudeltiere. Für sie ist es nicht selbstverständlich, von ihrer Bezugsperson getrennt zu sein. Wenn das Alleinsein nicht von klein auf kleinschrittig trainiert wurde, kann es bei Hunden schnell zu Trennungsangst, Dauerbellen oder sogar Zerstörungswut kommen.

Katzen gelten oft als unabhängiger. Viele Freigängerkatzen gehen ohnehin ihre eigenen Wege. Doch auch reine Wohnungskatzen, besonders wenn sie als Einzelkatze gehalten werden, können unter Langeweile oder Einsamkeit leiden, wenn ihre Bezugsperson lange Zeit nicht da ist.

Kleintiere, zum Beispiel Kaninchen, haben einen großen Vorteil: Sie sollten ohnehin niemals alleine gehalten werden. Da sie in der Regel mit mindestens einem Artgenossen zusammenleben (z.B. zwei oder mehr Kaninchen), leiden sie bei Abwesenheit des Menschen seltener unter direkter Einsamkeit. Hier stehen vor allem die Sicherheit im Gehege und die lückenlose Grundversorgung im Vordergrund.

So bereitest du deine Tiere optimal vor

  1. Räumliche Trennung schaffen

Zu Beginn kann es sinnvoll sein, eine sanfte räumliche Distanz zwischen dir und deinem Haustier herzustellen. Dafür eignet sich beispielsweise ein Kindergitter. Dein Tier kann dich weiterhin sehen und wahrnehmen, hat aber nicht mehr die Möglichkeit, dir direkt zu folgen. Bleibt dein Hund dabei ruhig und zeigt keinen Stress, kann die Übung später gesteigert werden, indem du beispielsweise eine Tür schließt und für kurze Zeit außer Sicht bist.

  1. Kleinschrittiges Training (Besonders wichtig bei Hunden)

Gerade bei Hunden sollte das Training langsam und in kleinen Etappen erfolgen. Beginne möglichst in einer Situation, in der dein Hund bereits entspannt ist. Verlasse den Raum anfangs nur für wenige Sekunden und komme zurück, noch bevor Unruhe entsteht. Steigere die Dauer langsam, solange der Hund sich wohlfühlt und mit der Übung nicht überfordert ist. Auch das Verlassen und Zurückkommen sollte möglichst unspektakulär ablaufen. Ein einfaches „Bis später“ reicht völlig aus, um dem Hund zu signalisieren, dass deine Abwesenheit völlig normal ist.

 

 

  1. Auslastung vor dem Training

Vor dem Training kann es hilfreich sein, das Tier körperlich oder geistig etwas auszulasten. Ein Spaziergang, gemeinsames Spielen oder eine andere passende Beschäftigung kann dazu beitragen, dass der Hund anschließend ruhiger und entspannter ist. Bei Katzen bietet sich beispielsweise eine intensive Spielrunde an. Im Idealfall kann sich das Tier danach leichter entspannen oder sogar schlafen, nachdem du weg bist.

  1. Die Umgebung sicher und artgerecht gestalten

Egal welche Tierart du hältst, die Umgebung muss zu 100 % sicher sein, wenn du nicht eingreifen kannst:

  • Hund & Katze: Entferne Gefahrenquellen wie offene Mülleimer, giftige Zimmerpflanzen, herumliegende Kabel oder verschluckbare Kleinteile. Kippfenster müssen unbedingt geschlossen bleiben!
  • Kaninchen: Überprüfe das Gehege auf Ausbruchssicherheit. Kabel und giftige Pflanzen dürfen bei freier Zimmerhaltung auf keinen Fall in Nage-Reichweite sein.
  1. Beschäftigung und Grundversorgung sichern

Um die Zeit etwas spannender zu machen oder einfach die Versorgung zu garantieren, kannst du folgende Dinge vorbereiten:

  • Für Hunde: Ein gefüllter Kong oder eine Schleckmatte (bitte keine Kausnacks, an denen sie ersticken könnten!).
  • Für Katzen: Ein Schnüffelteppich, ein Fummelbrett, ein kuscheliger Rückzugsort oder ein sicherer Fensterplatz.
  • Für Kleintiere: Ausreichend frisches Heu in mehreren Raufen, frisches Wasser und kleine Futterverstecke im Gehege, die den natürlichen Suchtrieb anregen.

 

Patrick Tiefenbach

Expertentipp:

Alleine lassen will gelernt sein. Beobachte nach deiner Rückkehr immer das Verhalten deines Haustiers. Zeigt dein Tier Auffälligkeiten oder Stress, solltest du die Dauer des Alleinseins reduzieren bzw. andere Übergangslösungen wie einen Hundesitter oder ärztliche Beratung in Betracht ziehen, um euch beiden den Stress zu ersparen.